Behandlungen und Betreuung
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung wird oft fälschlicherweise als unheilbar angesehen. Das ist falsch. Mit spezifischen, unterstützten und regelmäßigen Therapien sehen die meisten Patienten, dass ihre Symptome erheblich abnehmen, so dass sie im Laufe der Jahre die Diagnose verlieren.
Empfohlene Psychotherapien
Psychotherapie ist die Hauptsäule der Behandlung. Mehrere Ansätze haben ihre Wirksamkeit bei BPS wissenschaftlich bewiesen.
Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)
Entwickelt von Marsha Linehan (die selbst betroffen war), ist dies der Goldstandard. Sie kombiniert verhaltenstherapeutische Ansätze mit Achtsamkeit (Mindfulness).
Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT)
Ziel ist es, dem Patienten zu helfen, seine eigenen mentalen Zustände (Gedanken, Gefühle) sowie die anderer besser zu verstehen und zu "mentalisieren", um Verzerrungen in Beziehungen zu mindern.
Schematherapie
Arbeitet an den Grundüberzeugungen (Verlassenheit, emotionaler Mangel...), die in der Kindheit gebildet wurden. Eine Mischung aus kognitiven, verhaltenstherapeutischen und emotionalen Ansätzen (z. B. Reparenting / Nachbeelterung).
Pharmakologischer Ansatz
Die Bedeutung des Umfelds
Die Unterstützung durch Angehörige ist von unschätzbarem Wert. Oftmals ist die Familie jedoch hilflos. Aus diesem Grund wird Angehörigen dringend empfohlen:
- Sich über die Störung zu informieren (Psychoedukation).
- Zu lernen, das Leiden zu validieren, während man gesunde Grenzen setzt.
- Sich Selbsthilfegruppen für Angehörige anzuschließen (z. B. Family Connections).
- Ihre eigene geistige Gesundheit zu schützen, indem sie bei Bedarf beraten werden.